MTB Tour auf der Dead Road (Bolivien, La Paz) [GPX-Track]

Auf meiner Südamerika sind wir auch nach La Paz gekommen. Hier wußte ich schon vorher, das ich die Dead Road mit dem MTB herunterfahren möchte.

Wir sind also gleich nach der Ankunft in La Paz, Bolivien auf die Suche nach einer Tour Organisation gegangen, mit denen wir das Event machen wollten. Wir sind bei Barracuda Biking hängen geblieben. Preislich lagen sie irgendwo im Mittelfeld. Aber auch sonst machte mir die Organisation einen guten Eindruck.

Tour:

Treffpunkt war morgens um 07:00 Uhr. Leider sind die Guides mit dem Bus erst um 07:10 Uhr gekommen. Der Bus war voll, wir waren 13 Fahrer + 2 Guides.

Mit dem Bus sind wir dann mit 2 Stopps zum höchsten Punkt der Tour gefahren. Auf dem Weg sind wir schon mit einer Überhose und einer Jacke, Handschuhe und natürlich der Helm gegeben worden. Weiterhin konnten wir eine Regenjacke, eine Skibrille und Knie- und Ellenbogenschützer bekommen.

Zum Ablauf der Fahrt:

Ein Guide ist immer am Anfang, der andere hinter dem letzten Touri gefahren. Es wurden regelmäßig Stopps gemacht, bei welchen die Besonderheiten des nächsten Streckenabschnitts auf Englisch erklärt wurde.

Als wir am höchsten Punkt ausgestiegen sind wurde jedem Fahrer erst einmal ein Fahrrad zugeordnet. Ich hatte Glück und habe ein Fully (sein Name Uruguay) bekommen, welches den Bremsgriff für die Vorderbremse auf der linken Seite und den Griff für Hinten auf der rechten Seite hatte. Das ist bei mir natürlich automatisiert und hätte zu Problemen führen können. Die Schaltung hatte vorne nur ein Kettenblatt, ob es hinten 9 oder 10 Ritzel hatte, weiß ich gar nicht, da ich sowieso nur die Gänge 1-5 nutzen konnte. Danach hat die Schaltung nicht mehr sauber funktioniert. Es wird aber zu 95% auch nicht benötigt, weil es fast nur bergab geht.

Es wurden kräftig Fotos gemacht. Leider wurden aber viele Bilder etwas unscharf.

Ich habe glücklicherweise nicht vergessen das Locus Tracking zu starten.

Leider hat es am Anfang der Tour geregnet, ja sogar fast geschneit. Es war richtig kalt, wir waren ja immerhin auf circa 4700 Metern über dem Meer. Der Anfang der Strecke ist neu, das heißt es ist eine Aspaltstraße. Bedauerlicherweise ist es auch sehr nebelig und von der Umgebung sieht man nichts. Aber es hat trotzdem richtig Spaß gemacht, die Strasse runterzufahren. Später habe ich gesehen, das mein Top-Speed bei 72 km/h lag.

Wir sind immer mal wieder stehengeblieben, damit die Gruppe wieder mal zusammengekommen ist. Anspruchsvoll war es bei dem Regen mit dem unbekannten MTB die Kurven schnell zu nehmen. Also lieber etwas mehr bremsen. Ich war wohl etwas schwerer oder windschnittiger, da ich immer auf den vorderen Guide aufgefahren bin. Dann mußte ich mich im Wind wieder groß machen, damit ich ihn nicht überholte.

Nach ca. 20 km hatten wir einen Punkt erreicht, an welchem die Dead Road noch mal 150 hm bergauf hatte. Deshalb wurden dort alle MTBs wieder aufgeladen und wir eingeladen. Wir sind dann noch einmal 5-10 Minuten gefahren. Dabei sind wir auch von der Teerstraße abgefahren und auf die alte „richtige“ Dead Road gefahren.

Hier gilt auch, als einzige Straße in ganz Südamerika, das Linksfahrgebot. Das hat den Zweck, damit der Fahrer aus dem Fenster sehen kann wie viel Platz er mit den Reifen noch auf der Straße ist, und damit er nicht über den Abgrund kommt. Die Strasse ist immer noch eine offizielle Strasse. Mir ist auf der gesamten Strecke nur 1 Auto und 1 Moped entgegengekommen.

Hier hat das Fahren dann natürlich auch erst so richtig Spaß gemacht. Natürlich war auf dem Schotter die Geschwindigkeit auch viel langsamer. Aber es war viel kurviger, Wasserfälle und Spurrinnen.

So langsam hatten wir auch richtig Glück, denn das Wetter wurde besser. Man konnte so langsam die Abgründe erkennen, die Links der Straße sind. Je weiter wir nach unten gekommen sind, desto wärmer wurden die Temperaturen.

Es ist schon nicht ungefährlich. Eine Frau hat wohl zu stark gebremst und hat die Kontrolle verloren und hingefallen. Später sind dann noch zwei Männer zusammengestoßen und haben sich jeweils am Gesicht und Bein verletzt. Bei der letzten Furt ist noch ein Mann hingefallen und hat sich auch am Bein verletzt.

Am Ende der Tour mußte man noch einmal 500 Meter etwas den Berg hochfahren. Dort oben war ein Haus mit Pool, mitten im Dschungel. In einem Nebengebäude gab es einige Duschen. Aber nehmt euch Insektenschutzmittel mit, sonst werdet ihr so aufgefressen wie wir.

Die Räder wurden hier auch abgeduscht und gesäubert, ich glaube aber nicht, das jemand nach zum Beispiel meiner Schaltung geschaut hat.

Wir sind dort dann auch erst sehr spät am Abend losgefahren. Die Rückfahrt hat sich mit dem schwach motorisierten, aber vollbeladenen Bus sehr lange gezogen. Ich glaube wir sind fast 4 Stunden zurück gefahren. Wenigstens die Musik war gut.

Fazit:

Es war ein tolles Erlebnis und hat sich gelohnt. Einige Dinge könnten besser organisiert sein, aber wir sind ja nicht in Deutschland. Ich würde jederzeit wieder einmal die Dead Road Tour machen.

Hier ist ein Track der Dead Road Abfahrt.

MTB Tour auf der Dead Road (Bolivien, La Paz) [GPX-Track]

Ich betreibe die Seite nicks-sport.de. Ich bin begeisterter Mountain-Bike-Fahrer. Weiterhin wandere ich gerne große Strecken.

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